Depuis 1999 / Since 1999 / Seit 1999
Depuis 1999, je trace sur toile tendue sur châssis (165×155 cm) des lignes horizontales de petits traits verticaux, à l’encre de Chine.
Par cette pratique, mon propos est de m’en tenir à l’essentiel: l’expérience de l’instant présent.
La pléthore d’images nous rend aveugles, le martèlement d’une pseudo information sollicite en nous le consommateur, non le penseur.
Consommation, manipulation, escalade de l’hyper sont les modèles de notre société, la hantise de l’efficacité nous maintient dans une gesticulation qui essouffle, épuise, sans fournir à l’individu la possibilité d’une ressource substantielle. Nous glissons irrépressiblement vers un leurre qui évide.
Le tracé des petits traits est le support d’une vigilance. La conscience du présent est le lieu d’une ressource, l’instant présent recèle une fraîcheur et une liberté inouïe, on ne peut que l’accueillir mais une telle disponibilité exige que nous remontions le courant de nos habitudes mentales.
Ce travail œuvre dans le sens, qui pour être tout le sens n’est que silence, basé sur la répétition, il échappe à l’obligation de renouvellement:
revenir au même pour retrouver le neuf de l’instant présent, telle est sa dynamique.
Point d’autre horizon dans cette pratique que celui d’une demeure, toujours à regagner car déjà toujours quittée: le présent est ce que l’on retrouve, comme on rentre chez soi, en posant ses valises.
Point d’autre horizon que cet éternel retour dans la vigilance, neuve à perpétuité.
Point de tableaux nouveaux dans ma démarche qui transcende le tableau particulier.
Since 1999 I draw horizontal lines made with small vertical lines, in Indian ink on stretched canvas (165×155 cm).
In this way, my purpose is about sticking to the basics: the experience of living for the moment.
The plethora of pictures makes us blind, the relentless pseudo information appeals from us the consumer, not the thinker.
Consumption, manipulation, to climb the hyper are the models of our society, the obsessive fear of efficiency keeps us in a gesticulation which suffocate, tires us out, without providing the individual any possible substantial ressource. We irrepressibly slide towards an illusion which hollow.
The stroke of the small lines represent the support of a vigilance. The awareness of the present is the location of a resource, the present moment holds an incredible freshness and freedom.
This work strives in the direction, which by all the meaning, is anything but silence, based on repetition, it escapes from the obligation of renewal: to go back to the starting point to find the new of the present moment, that is its dynamics.
There is no other horizon in this practice but a place, where to get back because it always had been left already: present is what we find again when we come back home, putting down our bags.
No other horizon but this eternal return in the vigilance, always renewed. No new canvas in my approach which transcend the unusual one.
Seit 1999 zeichne ich mit Chinatinte auf eine Leinwand, die auf einen 165×165 cm großen Rahmen gespannt ist, 50 horizontale Linien aus vertikalen Strichen. Mit Hilfe dieses Verfahrens versuche ich, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und das Wesentliche ist für mich die Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks. Der gegenwärtige Augenblick ist die konzentrierteste Form der Begegnung mit der Realität der Geburt wie der des Todes in einer quasi simultanen Präsenz. Die sich heute auf uns ergießende Bilderflut macht uns blind, die täglichen Pseudoinformationen sprechen uns als Konsumenten, nicht als denkende Wesen an . Eine Hygiene des Denkens ist unabdingbar.
Konsum, Manipulation und die Eskalation des „Hyper“ stellen die Aktiva unserer Gesellschaft dar. Die Zwangvorstellung der Effizienz und das daraus erwachsene Credo (die Sublimierung der Ellbogenpraktik) lässt uns in einem Gestikulieren verharren, das uns den Atem raubt, uns erschöpft, ohne uns jemals die Möglichkeit zum Atemholen, zur substantiellen Erneuerung zu geben. Der ständige Druck hat etwas Gespentisches bekommen und ist die Ursache unserer geheimen Ängste und unseres Unbehagens. Wir treiben unaufhaltsam auf entleerte Phantombilder zu.
Das Zeichenwerk der kleinen Striche unterstützt die Wachsamkeit. Das Bewusstsein der Gegenwart stellt eine Energiequelle dar. Im gegenwärtigen Augenblick erschließt sich Reinheit und eine beispiellose Freiheit. Aber dieser Raum der Gegenwart muß bewohnt werden, und das bedeutet, unsere mentalen Gewohnheiten neu zu definieren
und mit Hilfe der kleinen Stiche zu trainieren.
Diese Arbeit zielt auf eine Sinnfindung, die sich letzlich in der Stille, im Stillschweigen manifestiert.Sie basiert auf dem Prinzip de Wiederholung, das frei ist von der Verpflichtung der Erneuerung. In der unaufhörlichen Rückkehr zum Gleichen mit der Zielsetzung, das jeweils Neue des jeweiligen Augenblicks zu ergreifen –darin besteht die Dynamik eines Werkes, das letzlich kein anderes Anliegen hat als das, einen Aufenthaltsort zu schaffen, der immer wieder neu gefunden werden muß, weil er immer schon wieder etwas Verlassenes darstellt. Gegenwart ist das, was man wiederfindet, so wie man nach Hause zurückkehrt, wenn man seine Koffer abstezt.
Es geht in diesen Bildern um nichts anderes als um die ständige, sich fortgesetzt erneuernde Rückkehr in die Wachsamkeit.
(Aus dem Französichen von Barbara Zelinsky)
Marine Bourgeois, Novembre 2003










